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Blinzeln, Zwinkern und Wegdrehen im Kampfsport

Doppel-KO
Kampfsport zu lernen und sich verteidigen zu können, ist ein Wunsch, der von Vielen gehegt wird. Doch gerade die jenigen, die ihre Angst besiegen wollen, werden diese Angst im Training wieder treffen. Häufig geschieht dies in Sparrings- oder Partnerübungen, in denen man sich bei Schlägen wegdreht oder die Augen nicht mehr offen halten kann.

Wieso kann man die Augen beim Sparring nicht offenhalten?

Im Sparring wird dann ein Kampf zwar nur simuliert, trotzdem bestehen hierbei gewisse Unsicherheiten. Theoretisch kann man selber geschlagen und im schlimmsten Falle sogar verletzt werden. Das Zwinkern oder wegdrehen zeigt die Antwort des Körper auf diese Belastung. Diese Reaktionen zeigen, dass man unsicher ist und sich versucht dieser Belastung zu entgehen.

Wie kann man die Reaktionen abstellen?

Da diese Reaktionen auf die Schläge nicht nur nicht hilfreich, sondern schädlich sind, solte man versuchen, diese so schnell wie möglich abzutrainieren. Denn gerade im Boxsport ist es so, dass der Körper einen Schlag, wenn er wahrgenommen wurde, antizipieren kann. So können wir die Muskulatur anspannen, mit dem Schlag mitgehen oder im besten Falle sogar ganz ausweichen. Die Augen zu schließen stellt aber in jedem Falle die schlechteste Möglichkeit dar und sorgt dafür, dass wir dem Schlag und seiner Wirkung hilflos ausgeliefert sind. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, dieses Problem an mehreren Stellen anzugehen.

Kontrolle der Reflexe?

Sobald ein Schlag kommt, dann zwinkert man. Also was tue ich am Besten? Ich halte zwanghaft die Augen offen? Aber auch, wenn dies hilfreich klingen mag, ist dies nicht so einfach. Denn unser Gesicht besteht aus über 35 Muskeln. Wenn wir versuchen die Augen offen zu halten, benutzt dies andere Muskulatur, als benutzt wird, wenn wir die Augen schließen. Am Ende führt dieses Vorgehen zu mehr Stress und sorgt dafür, dass wir im schlimmsten Falle sogar weniger sehen, als vorher.
Besser ist, wenn wir unsere Sicht über diesen Muskel regulieren. Dies funktioniert am Besten, wenn wir selbstständig unsere Augen ein kleines bisschen schließen und unsere Sichtmuskulatur damit aktiv anspannen. Auch wenn dies allein nicht zur Beseitigung der Problematik führt, dann mag es schon eine Besserung bringen.

Änderung der Inneren Einstellung?

Wie bereits erwähnt, zeigt das Blinzeln eine gewisse Unsicherheit. Wir versuchen uns vor der Auseinandersetzung zu drücken und der Situation irgendwie zu entgehen. Ich will gar nicht versuchen zu interpretieren, woher das kommt, allerdings kann dies viele Gründe haben:

- Wir halten uns den Sparringspartnern für Unterlegen.
- Wir haben grundlegend Angst/Respekt vor Auseinandersetzungen.
- Wir wollen nicht verletzt werden.

Diese Angst zu besiegen braucht viel Erfahrung und die hiermit verbundenen Gefühle werden sich nicht von heute auf morgen ändern. Allerdings können wir versuchen uns gezielt eine Aufgabe zu setzten und unsere Einstellung zu ändern. Das heisst, dass wir uns darauf konzentrieren nicht defensiv zu sein, sondern aktiv in Angriffshaltung zu sein. Dies bedeutet, dass wir versuchen Lücken in der Deckung des Gegners zu sehen und diesen dort zu treffen. Diese Einstellung ist ein großer Unterschied zur vorherigen Defensive, in der unser Ziel war, nicht getroffen zu werden.

Sukzessive Gewöhnung?

Als letzter und wichtigster Punkt kann nur Übung, Übung und nochmals Übung genannt werden. Das 50. mal Autofahren ist einfacher als das erste mal und bereitet weniger Schwierigkeiten. Wir können emotional besser mit den Dingen umgehen und lassen uns von den Probleme weniger aus der Ruhe bringen. So können wir uns bei der Ausführung auf das Wesentliche konzentrieren und die Probleme gezielt angehen.
Empfehlenswert wäre hierbei anfänglich mit einer Intensität und Geschwindigkeit zu starten, bei der man sich wohlfühlt. Das bedeutet, dass man den Partner darauf hinweisen sollte, dass er besondere Vorsicht walten lassen sollte. Mit zunehmender Sicherheit kann so stetig die Intensität gesteigert werden.

4 Kommentare

  1. Harald Stroedecke sagt:

    Hallo,
    Das war schon mal sehr hilfreich. Besonders gut finde ich, dass Du über die innere Sperre und Angst etwas sagst, und wie sie überwunden werden kann.
    Danke
    Harald

  2. Roland M. sagt:

    Hallo Darek,
    der Artikel ist gut. Kannst du mir EIN sehr gutes Buch empfehlen, welches sich mit der Angst im Boxsport befasst? Auch Englische Literatur ist kein Problem! Es gibt leider nur sehr wenig darüber. Wieso schreiben professionelle Starboxer nie ein Buch über die Ängste die einen Boxer plagen und wie man diese endgültig besiegt?

    • Darek sagt:

      Hallo Roland 🙂

      Auch wenn das nicht direkt aus dem Boxen kommt, würde ich das Buch:
      Die Angst mein bester Freund empfehlen:

      „https://www.youtube.com/watch?v=1Hym4OCwSl8“

  3. Andy sagt:

    Hallo Darek,
    ich hab zwar mit Boxen genau so viel zu tun, wie du vermutlich mit Ballett.
    Trotzdem finde ich den Artikel sehr interessant, spannend und hilfreich, da ich ähnliche Probleme als Torwart beim Eishockey habe.
    Vielen Dank dafür!
    Auch dein Video bzw. Buch werde ich mir mal genauer ansehen!

    Beste Grüße
    Andy

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