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Doping im Boxen

Doping im Boxen
Bevor ich mit diesem Artikel anfange, möchte ich klarstellen, dass ich selbst ein absoluter Doping Gegner bin.
Ich rate jedem Sportler stark davon ab, Steroide zu nehmen, welche massive Auswirkungen auf die Gesundheit nehmen können.
Allerdings ärgere ich mich jedes mal, wenn ich Profis höre, die, selbst bei positiven, Doping-Tests ihre Unschuld beteuern
und dies teilweise auf verunreinigte Zahnpasta oder schlechte Tests schieben.
Mein Ziel ist es über das Thema zu berichten und zumindest etwas aufzuklären.

Beim Doping handelt es sich um eines der kontroversesten Themen überhaupt.
Dopingtests und erwischte Athleten laufen stetig in den Medien, was ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle im Sport vermittelt,
auf der anderen Seite sind durchtrainierte 40 jährige Athleten an der Spitze, die behaupten clean zu sein.

So unterscheiden sich heutige Schwergewichtsboxer vom Aussehen weniger von Bodybuildern als von frühzeitigeren Athleten wie Muhammed Ali.
Hier muss man klar differenzieren können und sich bewusst machen, dass Doping in der heutigen Boxwelt Einzug gehalten hat, ein Zustand, der aufgrund der großen Gelder, die in dem Sport liegen, vllt aber niemanden verwundern mag.

Was ist Doping?


Doping gibt es in vielen unterschiedlichen Variationen.
So sind auf den gängigen Dopinglisten, nicht nur klar ersichtliche Dinge vorhanden, sondern auch legal verkäufliche Substanzen wie Koffein
können (oder konnten) in höheren Dosierungen zu einem positiven Test führen.
Im Falle von Sportarten, in denen die Gewichtsklasse eine Rolle spielt sind Diuretika, also entwässernde Medikamente häufig vertreten.
In diesem Artikel soll aber speziell auf die Hormonpräparate eingegangen werden.

Welche Dopingmittel werden benutzt?


Es gibt unterschiedliche Präparate. Sobald eine Substanz Wirkung zeigt, wird Missbrauch damit betrieben.
In den häufigsten Fällen sind dies körpereigene Hormone, die in vielfachen Mengen der körpereigenen Vorkommnisse benutzt werden.
Dies sind z.B. Schilddrüsenhormone, die den Metabolismus ankurbeln und eine Diät beschleunigen.
Wachstumshormone, die beim Aufbau neuer Muskelfasern helfern, die Fettverbrennung erhöhen oder den Schlaf verbessern;
oder am häufigsten gängige Steroide, wie Testosterone und deren Derivate, auf die in diesem Artikel näher eingegangen werden soll.

Dopen Boxer wie Bodybuilder?


So nun kommen wir zum eigentlichen Punkt.
Wie bereits gesagt, sind Steroide die erste Wahl, der meisten Athleten.
Allerdings ist Steroid nicht gleich Steroid und so eigenen sich bei Weitem nicht alle für den sportlichen Missbrauch;
Z.B. handelt es sich bei Cortison B. um ein Steroid. Allerdings ist dies ein kataboles Steroid und somit der Antagonist zu anabolen Steroiden wie Testosteron.
Katabole Steroide (also solche, die Muskulatur abbauen) werden häufig von Tour de France - Fahrern genutzt, da diese helfen
Entzündungsprozesse, die aufgrund der starken ausdauernden Belastung auftreten, einzudämmen.
Im Gegensatz dazu baut Testosteron zwar Muskulatur auf, verschlimmert aber bereits vorhande Entzündungen oder verschnellert deren auftreten.
Wachstumshormone sind für Boxer ebenfalls schlecht geeignet. Denn Wachstumshormone sind von den Kosten so hoch,
dass sowieso nur für die wenigsten Sportler die Mittel hätten, diese in ausreichender Form zu konsumieren.
Desweiteren sind diese für den Muskelaufbau nur mässig geeignet.

So beeinflussen Sie die Regeneration zwar positiv beeinflussen, allerdings helfen hierbei auch diverse Steroide,
wobei diese nur einen Bruchteil von Wachstumshormonen kosten.
Wachstumshorme entfalten ihre volle Wirkung zudem nur in Kombination mit Schilddrüsenhormonen und Steroiden,
was einen zu starken Medikamentencocktail für die Ziele eines Boxers bedeuten kann.
Schildrüsenhormone steigern den Grundumsatz und dies mag von einigen Sportlern genutzt werden.
Allerdings würde ich schätzen, dass dies eine geringe Minderheit ist. Durch die kurze Nachweisbarkeit, ist die Nutzung auch nur schwer nachzuweisen.

Testosteron für Boxer?


Die Dopingmöglichkeiten, derrer sich Kampfsportler bedienen sind daher meist begrenzt auf Testosteron und seine Derivate!
Je nach Zweck muss daher kein reines Testosteron verabreicht worden sein,
sondern kann je nach Wirkung eines oder die unterschiedlichen Mittel gemixt genutzt werden.

Zu unterscheiden hierbei wären diese Derivate:
-Testosteron
-19-Nortestosteron
-Dihydrotestosteron

Um diese unterscheiden zu können muss man deren Wirkungsweise verstehen können.
Die Wirkung lässt sich in die anabole und die androgene Komponente unterteilen. Mit anabol sind die "aufbauenden" Wirkungen der Steroide gemeint. Androgene Eigenschaften sind jedoch bei vielen Boxern auch nicht unerwünscht.
Diese bezeichnen die "vermännlichenden" Wirkungen.
So ist dies beispielsweise der gesteigerte Sexualtrieb. Aber auch die Psychischen Aspekte, Agressivität und vermehrte Lust aufs Training gehören dazu.
Dies mag nicht für jeden Athleten nützlich sein, allerdings Athleten, die im Training gute Leistung bringen und im Wettkampf mental bedingte Leistungseinbußen besitzen können hervorragende Ergebnisse mit Androgen wirkenden Steroiden erzielen.

Beispiele bekannter Boxprofis


Um das Ganze ein bisschen anschaulicher zu machen, werden wir das Ganze doch an drei aktuellen Beispielen erklären und zeigen, welche Folgen oder Wirkungen erzielt werden sollten.

Roy Jones Junior - Testosteron:


"Allerdings wurden in diesem Kampf sowohl Hall als auch Jones in der A-Probe positiv auf anabole Steroide getestet. Die B-Probe wurde jedoch nie überprüft und der Dopingbefund blieb ohne Konsequenzen."(-Wikipedia) Testosteron ist wohl das bekannteste Standart Steroid. Es ist das vom Körper natürlich produzierte Sexualhormon und Männer können durch eine exogene Einnahme ihre Kraft, ihre Regenerationsfähigkeit und sämtliche körperlichen Fähigkeiten erweitern.
Das Problem bei Testosteron ist zum Einen die Aromatase, sprich die Umwandlung in das weibliche Östrogen.
Bei stärkerer Dosierung führt dies so zu Stimmungsschwankungen, Bildung weiblicher Brüste und Fett Anlagerung an den Problemzonen.

Vitali Klitschko - Nandrolon:


Nandrolon ist ein 19-Nortestosteron. 19-Nortestosterone sind vorwiegend Anabol , wodurch sie hauptsächlich Muskel und Kraftaufbauend wirken.
Vorteilhaft zu anderen Steroiden sind die gelenkschmierenden Eigenschaften. Gerade Sportler, die hohe Belastungen auf kleinen Gelenken wie dem Ellenbogen haben, können unter Nandrolon schmerzfrei (und sogar mit beachtlichen Leistungssteigerungen, bei verkürzten Regenerationszeiten) trainieren.
Ebenfalls positiv ist, dass Nandrolon nicht aromatisiert.
Allerdings besitzt Nandrolon (wie alle 19 Nor.) starke Nachteile
. So unterdrücken Sie die eigene Hormonproduktion ewig lang, was dazu führt, dass nach der Absetzphase die Hormonproduktion im Keller ist.
Zusätzlich haben Sie immense Folgen für die Libido und können dafür sorgen, dass die Konsumenten während der Einnahme (im Gegensatz zu Testosteron) unfruchtbar sind.
Und der vermutlich für Profisportler größte Nachteil ist die lange Nachweisbarkeit. So kann dieses Mittel über mindestens 18 Monate nachgewiesen werden.

Felix Sturm - Winstrol

Bei Winstrol handelt es sich um ein DHT-Derivat. Testosteron metabolisiert zu Dihydrotestosteron (DHT). Dies ist stärker und besitzt eine andere Wirkweise.
DHT -Derivate können nicht aromatisieren. Da Östrogene unter anderem Wasser ziehen, sieht man bei der Einnahme von DHT "trocken" aus. Allerdings trocknen DHT-Derivate den ganzen Körper aus. Und somit führen sie auch zu einem Austrocknen der Gelenke.
DHT'-Derivate führen aber zeitgleich zu einer (gigantischen) Steigerung der Maximalkraft, was Sie zu absoluten Gelenk-killern macht.
Im Endergebnis führt dies zu einem fantastischen Ergebnis.
Maximale Kraft mit wenig Gewichtszunahme ist in Sportarten mit Gewichtsklassen vermutlich das Mittel der Wahl.

Wie ist das mit dem Doping zu sehen?

Grundlegend kann man sagen, dass jeder Zweck im Sport durch ein Dopingmittel vereinfacht oder auch überhaupt erst erreicht werden kann.
Die Zeitpunkte der Tests sind hierbei bekannt.
Hier der Artikel!

In dem Artikel wird beschrieben, dass Felix Sturm und Wladimir Klitschko keine unangekündigten Tests machen müssen.
Felix Sturm, der von den Tests befreit wurde, dopte hierbei so dreist, dass er sogar bei einem Test am Wettkampftag positiv erfasst wurde.
Schaut man sich die verfügbare Dopingmittel an, so sind diverse Steroide, wie Testosteron Suspension bereits am Abend nicht mehr nachweisbar, wenn es am morgen genommen wurde. Ebenso verkürzt nachweisbar sind orale Steroide.

Nun gibt es einige Fragen, die jeder für sich selbst klären muss.

- Wenn Vitali Klitschko zur Olympia Qualifikation positiv getestet wurde, war sein unter gleichen Methoden trainierender Bruder clean?

- Hat Vitali Klitschko nach dem Dopingvorfall aufgehört, auch wenn er weiß, dass er körperlich nie wieder an seinen alten Zustand rankommt?

-Kann es sein, dass der Großteil der auf Nandrolon getesteten Boxer auch andere Mittel nimmt, Nandrolon nur das einzige mit einer langen Nachweisbarkeit ist?

Jeder muss alle diese Fragen für sich beantworten. Allerdings sollte man sich bewusst machen, dass die Vorstellung einer cleanen Profisportwelt zumindest ein klein wenig von Naivität zeugt.

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